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Konzeption der Kindertagesstätten des Waldemarhof e.V.„Es ist eines jener einfachen aber wunderschönen Paradoxe im Leben:Wenn ein Mensch fühlt, dass ihn ein anderer wirklich annimmt, wie er ist, dann ist er frei geworden. Er kann sich aufmachen und mit der Überlegung beginnen, wie er sich verändern möchte, wie er anders werden kann, wie er mehr von dem werden könnte, das zu sein er befähigt ist.“ (Thomas Gordon) Geschichte „Waldemar Hof e.V. – „Ein Hof der Toleranz und des Miteinanders“ Manchmal kommen Menschen aus verschiedenen Arbeitsbereichen und mit den unterschiedlichsten Interessen zusammen. Mit gegenseitigem Respekt und der notwendigen Sensibilität erkannten sie, dass es eine Reihe von Problemüberschneidungen und Berührungspunkten in der eigenen wie in der Arbeit des Anderen gibt. Aus ihrem Engagement heraus fanden sie eine gemeinsame Sprache, die es ermöglichte in wirkungsvoller Weise verschiedene Arbeitsbereiche miteinander zu verknüpfen. Der Waldemar Hof e.V. ist ein gemeinnütziger Verein und wurde am 24.Oktober 1995 gegründet. Anliegen war es von Anfang an, die soziale Ausgrenzung benachteiligter Gruppen zu mindern. Dazu sollten jeweils Angebote von verschiedenen Trägern aus voneinander partizipierenden Bereichen unter ein Dach gestellt werden. Ziel und Zweck des Vereins ist die Förderung von Kindern und die Integration behinderter Menschen sowie Menschen unterschiedlicher Nationalität. Als die Hansestadt Rostock 1996 eine Auflistung von Kindertagesstätten veröffentlichte, die in die freie Trägerschaft abzugeben waren übernahm der Waldemar Hof e.V. die Trägerschaft von zwei Häusern, zum einen in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt (KTV) Waldemarstraße 33 und zum anderen im Komponistenviertel in der Humperdinck Straße 12. Die Kindertagesstätte in der Ernst- Haeckel- Straße 1 wurde 2003 durch „Die Beginen“ zur weiteren Betreibung an den Waldemar Hof e.V. übertragen, im Sommer 2004 kamen dann die Kindertagesstätte im Kinderzentrum am Schwanenteich und im Juni 2005 die Kindertagesstätte an der Beeke in Groß Grenz dazu. Am 01.08.2006 eröffneten wir einen separaten Arbeitsstandort, den Hortcampus in der Ulmenstraße 44, um dem ständig wachsenden Bedarf an Hortplätzen in der KTV weiterhin gerecht zu werden. Im Landkreis Waren Müritz baute der Waldemar Hof e.V. auf Anfrage der Stadt Malchow 2007 eine neue Kindertagesstätte mit einer Kapazität von 80 Plätzen, die am 01.08.2007 eröffnet werden konnte. Der Waldemar Hof bildet mit seinen Angeboten unterschiedlicher sozialer Projekte ein Forum für die Begegnung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, der Beratung und Betreuung von Menschen mit unterschiedlichen Problemlagen sowie die Möglichkeit für verschiedene Zielgruppen soziale Kontakte zu knüpfen. Gemeinsame Veranstaltungen und Projekte sowie eine teilweise bzw. zeitlich begrenzte Zusammenarbeit werden durch die Ansiedelung im Waldemar Hof vereinfacht. Im Fordergrund steht hierbei immer die soziale Aufgabe des Vereins Menschen aus der Isolation zu begleiten und zusammenzuführen. Das Projekt zeigt, wie über ehrenamtliche Tätigkeit und Selbsthilfe engagierte Menschen soziale Hilfe stadtteilorientiert initiieren können. Am 01.01.2008 übergab der Waldemar Hof e.V. die Bewirtschaftung seiner Kindertagesstätten an die Gesellschaft für Gesundheit und Pädagogik(GGP)mbH Rahmenbedingungen der Kindertagesstätten Rechtliche Einordnung Die Kindertagesstätten sind ein familienergänzendes und –unterstützendes Angebot im Rahmen der Jugendhilfe (KJHG) und werden auf gemeinnütziger Grundlage durch die Gesellschaft für gesundheit und Pädagogik(GGP) mbH betrieben. Die GGP mbH besitzt die Anerkennung als freier Träger der Jugendhilfe in Rostock. Das KJHG sowie das Kindertagesförderungsgesetz (KiföG) vom 01.08.2004 des Landes Mecklenburg-Vorpommern bilden die gesetzlichen Grundlagen der Arbeit in den Kindertagesstätten. Personal Die Anzahl der MitarbeiterInnen richtet sich in allen Kindertagesstätten und Horten nach dem in der Leistungvereinbarung mit der Hansestadt Rostock bzw. mit dem Landkreis Bad Doberan sowie dem Landkreis Waren Müritz festgeschriebenen Personalschlüsseln. Für die Arbeit mit den Kindern achten wir auf die ausschließliche Beschäftigung von pädagogischen Fachkräften um die Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder optimal gewährleisten zu können. Als Träger legen wir großen Wert auf die regelmäßige Fort- und Weiterbildung unserer MitarbeiterInnen. Unsere Kindertagesstätten bieten Schülern und Studentinnen aus den unterschiedlichsten Bildungsstätten die Möglichkeit pädagogische Praktika zu absolvieren. Betreuungsumfang In unseren Häusern können Eltern eine Ganztags-, Teilzeit- oder Halbtagsbetreuung ihrer Kinder in Anspruch nehmen. Im Krippen- und Kindergartenbereich umfasst die Halbtagsbetreuung maximal 4h; die Teilzeitbetreuung max. 6h Stunden und die Ganztagsbetreuung maximal 10 Stunden arbeitstäglich. Die verschiedenen Möglichkeiten der zeitlichen Nutzung können Sie der Anlage zum Betreuungsvertrag entnehmen. Die Halbtagsbetreuung im Hort umfasst maximal 3 Stunden und die Ganztagsbetreuung maximal 6 Stunden arbeitstäglich. Mehrbedarfe können nach Absprache über Servicestunden abgedeckt werden. Das Bringen- und Abholen der Kinder erfolgt in der Regel durch die Eltern. Sollte dies nicht möglich sein, ist beim Abholen der Kinder grundsätzlich eine schriftliche Vollmacht der Eltern vorzulegen. Elternbeiträge Die Finanzierung der Kindertagesstätten erfolgt über die mit der Hansestadt Rostock bzw. mit dem Landkreis Bad Doberan sowie dem Landkreis Waren Müritz vereinbarten Leistungsentgelte, die sich nach den tatsächlichen Kosten eines jeden Standortes individuell errechnen. Es ist festgelegt, dass die Eltern einen Familieneigenanteil unabhängig vom Einkommen zu leisten haben. Der Elternbeitrag ist nach zeitlichem Umfang, sowie nach der Anzahl der im Haushalt lebenden Kinder gestaffelt. Betreuungskosten entstehen unabhängig von Urlaub und Krankheit des Kindes. Zu den Betreuungskosten entrichten die Eltern einen dem Betreuungsumfang ihres Kindes entsprechenden täglichen Verpflegungssatz. Dieser entsteht nur für tatsächlich eingenommene Mahlzeiten. (siehe Betreuungsvertrag) Servicestunden Für alle Kinder gibt es zusätzlich ein Servicestundenangebot in Abhängigkeit von der Gesamtkapazität in unserem Haus. Eltern die über den Vertrag hinaus Betreuungsbedarf anmelden sowie Eltern die kurzfristig eine stundenweise Betreuung für ihr Kind benötigen, können Servicestunden in Absprache mit der Leiterin in Anspruch nehmen. Servicestunde im Krippenbereich: 4,00 € Servicestunde im Kindergartenbereich: 3,00 € Servicestunde im Hortbereich: 3,00 € Bei Nichteinhaltung der Öffnungszeiten und fehlender Absprache zum Mehrbedarf wird eine Betreuungsgebühr von 6,00 € je angefangene halbe Stunde pro Kind erhoben. Diese Gebühr entsteht auch, wenn Eltern ihre Kinder über den Vertrag hinaus unabgesprochen länger in der Einrichtung betreuen lassen. Kita Start Wartelisten Eltern, die Interesse an der Betreuung ihres Kindes in einem unserer Häuser bekunden können telefonisch oder am Elternsprechtag im Büro der Leiterin einen Termin für ein Erstgespräch mit Besichtigung der Räumlichkeiten vereinbaren. Gleichzeitig geben wir Ihnen die Möglichkeit ihre Kinder auf einer altersspezifischen Warteliste vormerken zu lassen. Ausschlaggebend für die Platzierung ist der Tag der Anmeldung. Bei der Belegung von freien Plätzen finden weiterhin Berufstätigkeit sowie Umfang des Betreuungsbedarfes Berücksichtigung. Das Erstgespräch Das Erstgespräch führt die Leiterin mit interessierten Eltern, die sich auf der Suche nach einem Betreuungsangebot entsprechend ihren Wünschen und Erwartungen befinden. Inhaltlich dient es der Vorstellung des Hauses und der Konzeption mit ihren Schwerpunkten und bietet die Möglichkeit auf grundsätzliche Fragen der Eltern zu antworten. Im Erstgespräch weisen wir die Eltern darauf hin, dass sie bei Zusage eines Platzes das Angebot eines „Schnuppertages“ in unserem Haus wahrnehmen können. An diesem Tag kommt das Kind mit seinen Eltern ins Haus und kann den Vormittag gemeinsam mit seinen Eltern im Krippen- bzw. Kindergartenbereich verleben. Die Eltern erhalten einen direkten Einblick in den Tagesablauf und die Arbeitsweise des Hauses. Das Aufnahmegespräch Bei Zusage eines Kindertagesstättenplatzes vereinbaren wir mit den Eltern einen Termin für ein Aufnahmegespräch. Das Gespräch zur Aufnahme im Krippen- und Kindergartenbereich findet in einer ruhigen und verbindlichen Atmosphäre, nach Möglichkeit im Wohnumfeld des Kindes, zwischen Eltern, BezugserzieherIn und Leiterin der Kita statt. Wir sehen in den Eltern kompetente Erziehungspartner und wollen sie von Beginn an möglichst weit in unsere Arbeit einbeziehen. In diesem Rahmen nehmen Eltern erstmals Kontakt zur zukünftigen BezugserzieherIn ihres Kindes auf. Damit sich das Kind bei uns wohl fühlt legen wir großen Wert auf Hinweise der Eltern über Vorlieben und Besonderheiten ihres Kindes. Gleichzeitig können die Eltern konkrete Fragen in bezug auf die Betreuung ihres Kindes an die ErzieherIn richten. Sind alle Fragen beantwortet wird der Zeitpunkt der Aufnahme und vorherigen Eingewöhnung bestimmt. Die Eingewöhnung Der Eintritt der Kinder in die Kindertagesstätte ist häufig von Ängsten der Eltern und der Kinder begleitet. Die Eltern lösen erstmals den Kontakt zum Kind. Das Kind wird in der Kita mit einer fremden Umgebung, einem veränderten Tagesablauf, einer größeren Kindergruppe und den ErzieherInnen konfrontiert. Eltern und Kinder brauchen in gleichem Maße das Gefühl der Sicherheit, darum ist es uns wichtig, sowohl dem Kind als auch seinen Eltern ausreichende Zeit für den „sanften Start“ zu lassen. Wir legen den Eltern nahe unser Angebot der vierwöchigen Eingewöhnungszeit in Anspruch zu nehmen und ihr Kind beim Einleben in die Kindergruppe zu begleiten. Um das Einleben der Kinder zu erleichtern ist es in den ersten Wochen von Bedeutung das eine Erzieherin dem Kind besondere Aufmerksamkeit schenkt und ein fester und vertrauensvoller Kontakt zwischen beiden entstehen kann. Die Gestaltung dieser sensiblen Phase erfolgt individuell und in enger Zusammenarbeit mit den Eltern. Kontinuierliche Gespräche zwischen Eltern und Erzieherin gehören neben der Organisation der Eingewöhnung zum Aufbau von Vertrauen in den ersten Wochen zum Selbstverständnis in unserer Arbeit. Grundlagen der pädagogischen Arbeit Bild vom Kind Kindheit ist nicht allein „Vorbereitung“ auf das Erwachsensein, Kinder sind keine unvollkommenen Erwachsenen, die nur aufzuholen haben was ihnen fehlt, um möglichst rasch so zu werden wie ihre Eltern. In erster Linie haben sie Anspruch auf eine erfüllte Kindheit: Sie stellt das Fundament dar, auf dem alles andere wächst. In dieser Zeit schlägt das Kind Wurzeln, über die es seine Lebenskraft bezieht. Unsere Aufgabe besteht deshalb darin, dieses „Wachstum an Wurzeln und Knospen“ pflegend und fördernd zu begleiten. Zu einer erfüllten Kindheit beizutragen heißt auch, den Kindern Möglichkeiten zu eröffnen, ihnen Anregungen zu vermitteln oder Angebote nahe zu bringen, die ihnen Gelegenheit geben, ihre wachsenden Fähigkeiten zu erproben. Wir sind also dafür verantwortlich, dass das Kind entsprechend seinen Bedürfnissen und seinem Entwicklungsstand Bewährungsmöglichkeiten erhält. Diese zu bewältigen benötigen die Kinder in den ersten Lebensjahren unsere Hilfe. Kinder brauchen Liebe und Geborgenheit. Kinder wollen ernst genommen werden, so wie sie sind – als eigenständige unverwechselbare Individuen mit all ihren Stärken und Schwächen, ihren Bedürfnissen, Gefühlen und Erfahrungen. Der Anspruch, als Persönlichkeit angenommen und respektiert zu werden, drückt sich bereits im Bedürfnis des Säuglings nach menschlicher Wärme, nach Zärtlichkeit, emotionaler Zuwendung und Beistand in belastenden Situationen aus. Je „pünktlicher“ und angemessener dieses natürliche Streben nach Behaglichkeit und Sicherheit beachtet und befriedigt wird, desto verlässlicher sind die Beziehungen, die das Kind zur Umwelt aufbaut. Wie gut es einem Kind wirklich geht bringt jedes auf seine Weise zum Ausdruck. Gesundheit und Wohlbefinden des Kindes finden ihren vielfältigen Ausdruck darin, das es ruhig einschläft, ausgeruht aufwacht, “gut“ isst, wohlgelaunt und munter mit verschiedenartigen Aktivitäten beständig seine Möglichkeiten erprobt und unentwegt bereit ist, die Welt zu erkunden. Alles was dem Kind Spaß macht betreibt es mit unerschöpflicher Ausdauer. Es teilt gern seine Freude mit anderen, und es signalisiert offen Schwierigkeiten, weil es sich darauf verlassen kann, dass ihm Hilfe zuteil wird. Das sichere Gefühl von Geborgenheit ist eine Voraussetzung dafür, dass Neugier und Entdeckerfreude zu bestimmenden Handlungsmotiven werden. Staunen ist der Anfang allen Suchens – und kleine Kinder sind scheinbar ständig auf der Suche. Sie Lernen bei allem, was sie tun. Wir tragen dafür Sorge das sie genügend Zeit und jede Menge Gelegenheiten- und manchmal auch unsere Hilfe bekommen, wenn es zum Beispiel darum geht, Antworten auf Fragen zu bekommen, neue Eindrücke einzuordnen oder beängstigende Erlebnisse zu bewältigen. Die Neugier hält das Kind in ständiger Bewegung und ist oft stärker als andere Motive oder Versuche der Erwachsenen, das kindliche Verhalten zu beeinflussen. So kommt die Neugier des Kindes nie zum Versiegen, sondern dringt in immer neue Bereiche des „Ich“ und des „Rundherum“ vor und stellt auch die Betreuenden vor immer neue Aufgaben und Situationen. Kinder brauchen Räume, die ihnen offen stehen; auch solche die erst entdeckt werden müssen. Sie brauchen Handlungs- und auch Entscheidungsspielraum, den sie selbst erweitern können, der mit ihren Fähigkeiten „mitwächst“. Dazu gehört auch die Erfahrung das Räume begrenzt sind, das Grenzen nützlich sein können, das sie aber auch wert sind, gelegentlich auf ihren Sinn hin hinterfragt zu werden. Nicht immer kommen Kinder mit ihren wachsenden Möglichkeiten allein zurecht; sie brauchen in solchen Situationen Hilfe und sind sehr aufgeschlossen für Ideen, Vorschläge und Anregungen zu gemeinsamen Spielen und anderweitigen Beschäftigungen. Die Aufgabe der Betreuenden besteht dann darin, den Wünschen der Kinder nach mehr und interessanten Angeboten zu entsprechen, ohne damit die Initiativen der Kinder einzuschränken. Kinder wollen auch gern einmal bei der Hand genommen und in „Geheimnisse“ oder andere aufregende Dinge/Geschichten eingeweiht werden, die ihnen ohne diese Art „Handreichung“ ganz oder teilweise verborgen bleiben würden. Dazu zählt ein verstecktes Vogelnest im Busch ebenso wie ein Kunstwerk, ein Vers oder ein Bilderbuch… . Ein Kind, das ermuntert wird, lernt Selbstvertrauen. Ein Kind, dem mit Toleranz begegnet wird, lernt Geduld. Ein Kind, das gelobt wird, lernt Bewertung. Ein Kind, das Ehrlichkeit erlebt, lernt Gerechtigkeit. Ein Kind, das Freundlichkeit erfährt, lernt Freundschaft. Ein Kind, das Geborgenheit erleben darf, lernt Vertrauen. Ein Kind, das geliebt und umarmt wird, lernt Liebe in dieser Welt zu empfinden. Zum gesetzlichen Bildungsauftrag in Kindertagesstätten laut KiföG- MV (2.Ändrg. des Gesetzes vom 01.08.2004) Präambel Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zual-lererst ihnen obliegende Pflicht. Jedes Kind hat das Recht auf Förderung seiner Ent-wicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähi-gen Persönlichkeit. Das Land Mecklenburg-Vorpommern trägt nach Maßgabe dieses Gesetzes zur Verwirklichung dieser Rechte und zur Erleichterung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei. Die Förderung von Kindern in Kindertageseinrichtungen und Tagespflege erfüllt ei-nen eigenständigen alters- und entwicklungsspezifischen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag. Dieser eigenständige Auftrag zielt darauf ab, die Kinder im Rah-men einer auf die Förderung ihrer Persönlichkeit orientierten Gesamtkonzeption al-tersgerecht und entsprechend der grundgesetzlich verankerten Werteordnung zu bilden, zu erziehen und somit auf das Leben vorzubereiten. Sie fördert die Entwick-lung eines jeden Kindes und wirkt insbesondere Benachteiligungen entgegen, die der Chancengerechtigkeit beim Eintritt in die Grundschule entgegenstehen. Hierzu ist dem individuellen Förderbedarf der Kinder aufgrund ihrer unterschiedlichen Voraus-setzungen beim Eintritt in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege Rech-nung zu tragen. § 1 Ziele und Aufgaben der Förderung (1) Die Förderung hat sich pädagogisch und organisatorisch an den Bedürfnissen, dem Entwicklungsstand und den Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder und den Be-dürfnissen ihrer Familien zu orientieren. Ihr wird ein frühkindliches ganzheitliches Bildungskonzept mit einer Rahmensetzung zu Grunde gelegt. Dies beinhaltet Kern-aufgaben für elementare Bildung, Erziehung und Betreuung in Kindertageseinrich-tungen und Tagespflege. Die Kinder werden befähigt, erworbenes Wissen und Kön-nen zur Bewältigung von Aufgaben und Situationen in sozial verantwortlicher Weise zur Lösung von Problemsituationen einzusetzen. Es geht um die Stärkung früher Lernprozesse, die Herausbildung von Lernfähigkeit und die Entwicklung sozialer Kompetenzen. Dabei sollen die Kinder in besonderer Weise personale Fähigkeiten, soziale Fähigkeiten, kognitive Fähigkeiten, körperliche und motorische Fähigkeiten sowie Fähigkeiten im alltagspraktischen Bereich erwerben. Diese sollen in folgenden Bildungs- und Erziehungsbereichen erworben werden: - Kommunikation, Sprechen und Sprache(n), - Bewegungserziehung, - (Inter)kulturelle und soziale Grunderfahrungen, - Musik, Ästhetik und bildnerisches Gestalten, - elementares mathematisches Denken, - Welterkundung und naturwissenschaftliche Grunderfahrungen, - Gesundheitserziehung. (2) Die Kindertagesförderung unterstützt den Gedanken der Gleichstellung der Ge-schlechter sowie die Erziehung zu Toleranz gegenüber anderen Menschen und Akzeptanz von anderen Kulturen und Lebensweisen. Sie ist ausgerichtet auf die Chancengleichheit der Kinder, die Förderung von Begabungen und den Ausgleich von Benachteiligungen und erfolgt unter Berücksichtigung sozialer sowie sozialräumlicher Gegebenheiten. Weiterhin wird in besonderer Weise die Integration von Kindern mit Behinderungen und der Kinder unterstützt, die Deutsch als Zweitsprache erlernen. (3) Frühkindliche Bildung und Erziehung beinhaltet die Vorbereitung auf die Schule. Die Förderung erfolgt auf der Grundlage verbindlicher Rahmenpläne, die die Vielfalt pädagogischer Ansätze widerspiegeln und sich über den gesamten Zeitraum der Förderung von Kindern in einer Kindertageseinrichtung oder der Tagespflege erstreckt. Die Rahmenplanung wird schrittweise, ausgehend vom letzten Jahr vor dem voraussichtlichen Schuleintritt, eingeführt. (4) Die Kindertagesförderung hat den nahtlosen Übergang der Kinder in die Grundschule und die Zusammenarbeit mit dieser zu sichern. (5) Frühkindliche Bildung und Erziehung beinhaltet die Anleitung zur gesunden Lebensführung. Diese Anleitung hat die Entwicklung des Gesundheitsbewusstseins zum Ziel und bezieht sich insbesondere auf hygienisches Verhalten, gesunde Ernährung, Bewegung und Konfliktbewältigung. (6) Die Förderung von Grundschülern und in Ausnahmefällen von Kindern der Orientierungsstufe sichert nach Abstimmung einer pädagogischen Gesamtkonzeption mit der Schule ein für die Personensorgeberechtigten verlässliches Angebot außerhalb der Unterrichtszeiten. Sie unterstützt die Kinder bei der Bewältigung der Anforderungen des Schulalltags und befähigt sie, ihre Freizeit zunehmend selbstständig und aktiv zu gestalten. Ende Gesetzestext Ziele der pädagogischen Arbeit Erziehungsziele, die wir anstreben sind weitgesteckt. Vor allem sind sie darauf gerichtet, das Bestreben jedes Kindes nach aktivem Tätigsein, nach Selbständigkeit und zunehmender Unabhängigkeit umfassend zu fördern, um auf dieser Grundlage die Entfaltung von Persönlichkeitseigenschaften wie Initiative, Kreativität, Phantasie und Emotionalität zu unterstützen. Durch intensive Beobachtung und Berücksichtigung der individuellen Möglichkeiten jedes Kindes nehmen wir förderlich Einfluss auf seine Entwicklung. Im Bereich der sozialen Beziehungen und des Sozialverhaltens geht es um die Förderung von Vertrauen und Selbstvertrauen, um die Fähigkeit miteinander zu kooperieren und zu kommunizieren. Das Kind soll lernen mit anderen Kindern und Erwachsenen freundlich umzugehen, Anteil zu nehmen an Kummer und Freude, muss lernen, die Bedürfnisse anderer zu akzeptieren, Verständnis für andere zu entwickeln und Mitgefühl zu zeigen. Es sollte aufmerksam werden auf die Folgen seiner Handlungen. Wesentlich sind also die Förderung der Autonomie als auch das akzeptieren notwendiger Grenzen, die das Zusammenleben in Gruppen mit sich bringt. Beim kindlichen Spiel bestehen die Ziele darin, das Vermögen des Kindes zum selbständigen, kreativen, phantasievollen Spielen als solches zu akzeptieren und zu bestärken, Neugier und Erkundungslust zu fördern, vielfältige Aktionsmöglichkeiten zu schaffen und Freiräume zu gewähren. Immer sollte das Kind in seinen Bemühungen unterstützt werden, die Dinge zu untersuchen und auszuprobieren, eigene Spielabsichten zu verwirklichen und Kontakte zu anderen Kindern aufzunehmen. Im musischen Bereich (im Bereich der bildnerischen und musikalischen Tätigkeiten) geht es darum Aufgeschlossenheit und Freude an Musik sowie Lust am Zeichnen, Malen und Modellieren zu wecken und dabei die Fähigkeiten des Kindes zum selbständigen, kreativen Gestalten zu fördern. Im Bereich der kognitiven Entwicklung geht es hauptsächlich um die Unterstützung sensomotorischer Aktivitäten, um operationale Tätigkeiten, um Gedächtnis- und Konzentrationsübungen, um elementare Denkoperationen und andere kognitive Fähigkeiten. Im sprachlichen Bereich wird dem Sprachverstehen des Kindes eine besondere Bedeutung zugemessen. Die Sprachproduktion und die Fähigkeit des Kindes, Sprache als Kommunikationsmittel zu nutzen, werden als mittelbares Ergebnis eines reichhaltigen, vielseitigen Sprachangebots angestrebt. Im Bereich der Bewegungsentwicklung geht es vor allem um das Stabilisieren grundlegender Bewegungsformen und die Aneignung vielfältiger Bewegungserfahrungen, um Gleichgewichtsfähigkeit, Gewandtheit und Sicherheit beim Bewegen. Im Bereich der Umwelterfassung besteht das Ziel im Bestärken von Einstellungen und Wertungen der gegenständlichen und sozialen Umwelt und der Natur, um eine lebensbejahende Haltung, die sich unter anderem in der Freude am Leben, am Schönen, am Andersartigen ausdrückt, um die Herausbildung wohlwollender Gefühle gegenüber Tieren und pflanzlichem Leben. Methoden der päd. Arbeit Gordonsches Konfliktlösungsmodell Eine weitere Grundlage unserer pädagogischen Arbeit bildet das Gordonsche Konfliktlösungsmodell. Dabei geht es um die Erziehung der Kinder zu selbständigen, kooperativ handelnden Persönlichkeiten. Voraussetzung dafür ist ein wohlwollendes auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen beruhendes Verhältnis zwischen Erwachsenen und Kindern. Das bedeutet im täglichen Umgang: Kindern durch die Methode des „aktiven Zuhörens“ helfen, eigene angenehme und unangenehme Gefühle bewusst wahrzunehmen, um zunehmend besser mit diesen umgehen zu können. Die Zusammenarbeit zwischen den Kindern fördern, sie mehr und mehr befähigen, ihre „persönlichen Angelegenheiten“ selbst zu regeln. Die Selbständigkeit des einzelnen Kindes fördern. Die Kinder sollen befähigt werden sich von den klassischen Rollenerwartungen zu distanzieren um diese mit eigenen Vorstellungen zu gestalten. Das Selbstvertrauen der Kinder durch beschreibendes Lob festigen. Bei Konflikten, die zwischen Kindern und ErzieherInnen auftreten, werden mit Hilfe des Gordonschen Modells Lösungen erarbeitet, die weder „Gewinner“ noch „Verlierer“ entstehen lassen. Das Problem wird mit den Kindern besprochen, die gegenseitigen Bedürfnisse benannt und gemeinsam nach akzeptablen Lösungsmöglichkeiten gesucht. Dabei geht es nicht um die Zuweisung von Schuld, sondern allein um die Beseitigung des Konflikts. Das Spiel Das Spiel ist die Haupttätigkeit eines jeden Kindes, das dabei ist die Welt um sich herum, sich selbst, Geschehnisse und Situationen, Beobachtungen und Erlebnisse zu begreifen. Alles, was Kinder sehen, hören, fühlen, in Händen halten und begreifen wird schnell zum Spiel, sofort entstehen Spielhandlungen in denen sie sich aktiv mit ihrer Umwelt auseinandersetzen. Das Unbekannte muss bekannt werden, das Neue wartet auf eine persönliche Entdeckung, das Reizvolle will erlebt werden. Im Spiel nehmen Kinder ihre Einmaligkeit, ihre Handlungsmöglichkeiten und –grenzen, ihre Gefühls- und Gedankenwelt wahr. Es ist ein Ausdrucksmittel, in dem die Kinder vorhandene Gefühle ausleben, ihre Sorgen und Freuden, ihre Ängste und Hoffnungen mitteilen und verarbeiten. Im gemeinsamen Spiel tauchen Kinder in verschiedene Rollen ein, zum einen gestalten sie aktiv die Spielinhalte und zum anderen lassen sie die Anregungen ihrer Spielpartner ins Spiel einfließen. Kinder kommen untereinander ins Gespräch, hören einander zu, vereinbaren Regeln und kooperieren miteinander. Auf vielfältige Weise sind Kinder im Spiel tätig: z.B. laufen, springen, balancieren, klettern und tanzen sie. Mit zunehmender Sicherheit werden die Bewegungsabläufe komplexer und gehen fließender ineinander über. Beim Bauen mit den unterschiedlichsten Materialien, wie Steinen, Zweigen, Baumscheiben und verschiedenen Hölzern festigen und erweitern die Kinder ihre feinmotorischen Fähigkeiten. Mit viel Phantasie und Kreativität widmen sie sich den unterschiedlichsten Themen: es entstehen Fahrzeuge mit denen sie in den Urlaub fahren, sie bauen Häuser und Höhlen in denen sie wohnen und alltägliche Situationen nachspielen, sie begeben sich auf Schatzsuche, sind Forscher, Erfinder. Im Spiel kann das Kind all seine Fähigkeiten frei entfalten und sich ausdauernd und konzentriert mit einer Sache beschäftigen. Erlebnisse und Erfahrungen werden nachgelebt und in ihr Denken und handeln eingebaut. Im Alltag unterscheiden wir zwei Grundformen des Spiels: Das freie Spiel: Hier wählen die Kinder Spiel, Mitspieler, Ort, Zeit und Material nach eigenen Wünschen und Interessen aus. Das gelenkte Spiel: Die Spielvorschläge werden von der ErzieherIn eingebracht, und geben den Impuls des „Angebotes“. Sie verfolgen ein bestimmtes Ziel. Ideen und Vorschläge der Kinder werden in das gelenkte Spiel einbezogen. Beide Spielformen sind gleichwertig und können ineinander übergehen. Wir wollen für unsere Kinder eine Umgebung schaffen die es ihnen ermöglicht die gesamte Bandbreite des Spiels zu erfahren. Entdeckungs- und Wahrnehmungsspiele Bewegungs- und Musikspiele Konstruktions- und Bauspiele Steck- und Strategiespiele Darstellendes Spiel Rollenspiele Imitations- und Phantasiespiele Ruhe- und Meditationsspiele Im Tagesablauf der Kinder nimmt das Spiel einen besonderen Stellenwert ein. Unsere Aufgabe besteht zum einen darin, den Kindern Raum und Materialien für eigene Spielideen zu geben. Dabei treten wir an den Rand des Geschehens, nehmen die Rolle der BeobachterIn ein. Wir nehmen Informationen auf, geben Anregungen und stellen zusätzliche Materialien bereit, die sowohl die Kreativität als auch die Phantasie in der Spielsituation der Kinder bereichern können. Auf der anderen Seite, steigen wir aktiv ins Spielgeschehen der Kinder ein, und übernehmen die Rolle eines gleichberechtigten Spielpartners. Projektorientierte „Offene Arbeit“ Definition: Eine „Welt“ mit öffentlichen Räumen, in denen sich Menschen jeden Alters und ihren Platz finden. Eine „Welt“ mit ganz verschiedenen Orten, an denen intelligente, engagierte und interessierte Profis zur Verfügung stehen, an denen es neues zu entdecken gibt und individuelle Leidenschaften entfaltet werden können, an denen Begegnung und Auseinandersetzung möglich ist an denen Freundschaften geknüpft und Interessengruppen gebildet werden können. (vgl. G. Lill) Die Projektarbeit im „Offenen Kindergarten- Offenen Hortbereich“ unserer Häuser beansprucht einen weiteren Teil unserer pädagogischen Arbeit. In Projekten kommen vielfältige Aktivitäten zustande, durch die wir eine allseitige Entwicklung der Kinder gewährleisten. Im Verlauf von Projekten erwerben unsere Kinder Kenntnisse aus den verschiedensten Lebensbereichen, sie beobachten, zählen, messen, singen, spielen, probieren aus und hinterfragen Ideen und Vorstellungen, sie eignen sich soziale und kommunikative Kompetenzen an, lernen Probleme zu lösen und Konflikte zu bewältigen. Bei der Auswahl von Projektideen und im Projektverlauf besitzen Kinder ein weitreichendes Mitbestimmungsrecht. Ausschlaggebend für die Wahl des Projektthemas und die inhaltliche Planung sind immer, die aktuelle Situation, die Interessen und Bedürfnisse der Kinder. Projektideen entstehen oft aus ganz einfachen Ereignissen: ein Kind stellt eine Frage oder äußert eine interessante Idee. Häufig erleben wir, dass bereits im aktuellen Projektverlauf neue Projektideen entstehen, bei der Suche nach Antworten auf Fragen, beim Experimentieren formulieren Kinder weitreichendere Fragen, Ideen, Vorstellungen und Ziele. In Gesprächsrunden mit den Kindern wird aus der Vielfalt der Ideen das Projektthema ausgesucht und festgelegt. Ist das Thema gefunden, erstellen wir gemeinsam mit den Kindern eine Stoffsammlung, Kinder und ErzieherInnen äußern Ideen zum Projekt, schlagen themenzentrierte Aktivitäten und Angebote vor und legen einen Zeitrahmen fest. Die einzelnen Projekte in den Gruppenbereichen sind von unterschiedlicher Dauer, umfassen aber in der Regel mehrere Wochen. Grundsätzlich gilt: Themen werden nur solange bearbeitet, wie die Kinder interessiert sind! Mit Experimenten, Besichtigungen, Ausflügen, Geschichten, Liedern, Rollenspielen, Mal- und Bastelaktivitäten und regelmäßigen Gesprächsrunden wollen wir gemeinsam mit den Kindern in das Thema eindringen und eine ganzheitliche Kompetenzentwicklung ermöglichen. Jede Projektdurchführung wird durch regelmäßige Gesprächsrunden begleitet. Sie tragen dazu bei, dass eine beständige Grundlage gegenseitigen Verstehens zwischen allen Kindern geschaffen wird. Gesprächsrunden dienen dem Erfahrungsaustausch und der Reflexion der gemeinsamen Projektarbeit. Oft tauchen neue Fragen auf, die auf Wissenslücken oder Missverständnisse hinweisen. Wir wollen Lernmöglichkeiten schaffen in denen Kinder ihre „Theorien“ in der Realität überprüfen können, über direkte Erfahrung Antworten auf ihre persönlichen Fragen erhalten. In diesem Rahmen können neue Ideen in den Projektverlauf aufgenommen und umgesetzt werden. Projektbezogene Aktivitäten werden in den Alltag der Kinder integriert. Kinder können selbst entscheiden, ob sie sich mit der Thematik und dem Angebot beschäftigen möchten oder sich anderen Tätigkeiten widmen. Bedingt durch die offene Planung unserer Projekte ermöglichen wir den Kindern immer wieder in das Thema ein- und auszusteigen ohne das sie aus der Projektarbeit herausfallen. Wir arbeiten vorrangig in Kleingruppen um die individuellen Interessen und Fertigkeiten der Kinder besser berücksichtigen zu können. Gleichzeitig achten wir darauf, dass die Angebote so flexibel geplant sind, dass sie von den Kindern entsprechend ihrer Interessen und Kenntnisse abgeändert werden können. Der Abschluss eines Projektes ist ein besonderer Höhepunkt für unsere Kinder. Die Präsentation der Projektergebnisse finden auf unterschiedlicher Art und Weise statt: z.B. Ausstellung von Bildern und Bastelarbeiten in den Fluren unseres Hauses, Gestaltung eines Abschlussfestes, Einladung der Eltern zu einem Theaterstück. Natur entdecken, lieben und achten Ein weiterer, und wichtiger Aspekt liegt für uns in der naturnahen und umweltbewussten Erziehung. Natur und Umwelt üben einen ständigen Lernanreiz und unglaubliche Anziehungskraft auf die Kinder aus. So erleben wir die Kinder sehr neugierig auf das, was um sie herum in der Natur geschieht. Sie kommen mit Pflanzen, Tieren, Gegenständen und Erscheinungen in Berührung, die ihre Neugier und ihr Interesse wecken und sie zum Handeln veranlassen. Sie sind experimentierfreudig, betrachten ihre Umwelt bewusst, interessieren sich für das kleinste Krabbeltier auf dem Hof und nehmen jede kleine Veränderung war. Mit der Umgestaltung unserer Freiflächen erweitern wir den direkten Erlebnis- und Erfahrungsbereich im unmittelbaren Lebensumfeld der Kinder und schaffen Voraussetzungen die Natur als etwas lebendiges, sich veränderndes zu entdecken und zu begreifen. Die Kinder verfügen über kleine Gärten in den Innenhöfen oder Freiflächen der jeweiligen Häuser. Das Einbeziehen der Kinder beim Anlegen von Beeten, beim Aussäen, Pflanzen und Ernten von Obst- und Gemüsesorten sowie bei pflegerischen Aktivitäten gehört zum Kitaalltag. Unabhängig von der Witterung können die Kinder den Wechsel der Jahreszeiten im Freien erleben und beobachten. Gleichzeitig ist es uns auch wichtig die Kinder auf die Belange der Natur aufmerksam zu machen und verantwortungsbewusstes Handeln zu fördern. In unserer täglichen Arbeit bedeutet das, die Kinder zum sparsamen Wasser-, Energie- und Materialverbrauch anzuhalten und sie zunehmend mit den Kreisläufen vertraut zu machen.(z.B. Papier schöpfen, Pfandflaschensystem) Die Ernährung Seit der Sanierung unserer Kindertagesstätten können wir unserem Wunsch nach einer Ganztagsverpflegung mit der Möglichkeit die Kinder bei der Planung, dem Einkauf, der Vor- und Zubereitung der Mahlzeiten einzubeziehen und somit eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung zu gewährleisten, Rechnung tragen. Wir sehen die Unterstützung der Entwicklung einer bewussten, gesunden Ernährung der Kinder als wichtigen Teil unserer pädagogischen Arbeit an. Heute verfügen wir in allen Häusern über Kleinküchen die sich an die einzelnen Gruppenbereiche angliedern. Wir beteiligen die Kinder bei der Aufstellung der Essenpläne und der Auswahl von Nahrungsmitteln. Es gehört zum alltäglichen Selbstverständnis, dass die Kinder gemeinsam mit ihren ErzieherInnen die Frühstücks- und Vespermahlzeiten zubereiten und gestalten. Das Mittagessen wird an den verschiedenen Standorten von unterschiedlichen Kooperationspartnern angeliefert wobei wir auf einen hohen Anteil frischer, gesunder, teilweise biologischer Komponenten sowie Vollkornprodukten großen Wert legen. Auf Allergien bzw. besondere kulturell bedingte Ernährungsbesonderheiten wird durch unsere Kooperationspartner selbstverständlich Rücksicht genommen. Bei allen Mahlzeiten achten wir auf die vorrangige Verwendung von Produkten aus der Region und verzichten weitestgehend auf Zusatzstoffe. Ganztägig stehen den Kindern Getränke zur Selbstbedienung zur Verfügung. Mehrfach am Tag wird den Kindern Obst und Gemüse gereicht. In einer sich regelmäßig treffenden Küchenkommission nehmen Kinder, ErzieherInnen und LeiterInnen der Häuser Einfluss auf den Speiseplan. Erziehungspartnerschaft (Zusammenarbeit mit Eltern) Unser Auftrag als Betreiber von Kindertagesstätten beinhaltet viele verschiedene Schwerpunkte. Einer ist die Kooperation mit den Eltern und Familien der uns anvertrauten Kinder. Ein wichtiger Grundstein auf diesem Weg ist eine Vertrauensbasis, zwischen Eltern und ErzieherInnen welche in unterschiedlicher Weise Wegbegleiter der Kinder sind. Damit wir uns aktiv für das Wohl der Kinder einsetzen können, stehen wir im regelmäßigen Austausch miteinander. Eltern sind unsere direkten Ansprechpartner, wenn es darum geht, optimale Entwicklungsbedingungen für ihre Kinder zu schaffen. Durch sie erhalten wir umfangreiche Kenntnisse über das Kind und seinen familiären Hintergrund, seine Lebenssituation, Vorlieben und Besonderheiten. Eltern können sich aktiv in den Kindertagesstättenalltag einbringen: z.B. durch Mitarbeit in der Elternvertretung, durch Begleitung von Ausflügen, durch Unterstützung bei der Planung und Gestaltung von Projekten und Festen sowie durch die Wahrnehmung von Hospitationsmöglichkeiten. Elternarbeit umfasst weiterhin: Situationen schaffen, in denen Eltern sich untereinander kennen lernen; Räume anbieten, in denen wir gemeinsam mit den Kindern und Eltern Alltag erfahren können. Ein wichtiger Teil unserer Elternarbeit ist das Zusammenwirken mit der gewählten Elternvertretung der Häuser, welche die Interessen der Eltern der jeweiligen Kindertagesstätte gegenüber Hausleitung und Geschäftsleitung vertreten. Die Treffen finden alle zwei Monate statt und bieten eine gute Informations- und Austauschmöglichkeit in diesem Rahmen. Hier werden Ideen und Wünsche miteinander besprochen und geprüft, und gemeinsame Vorhaben geplant. Bausteine unserer Elternarbeit: Dokumentation der eigenen Arbeit Vierteljährliche Treffen des Elternrates Information durch Transparenz der eigenen Arbeit • Regelmäßige Elternpost Elternbefragungen zu Wünschen, Erwartungen und Bewertungen • Briefkästen „Kunst der Kritik“ • Elternfragebögen Elterngespräche Gemeinsame Feste und Feiern Elternabende Gruppennachmittage Bau und Ausstattung Unsere Arbeitsstandorte sind durchgängig von einer weitestgehenden Barrierefreiheit geprägt. Auf dieser Grundlage können unterschiedliche Zielgruppen (Senioren, Kinder, Eltern) unsere Angebote selbständig nutzen. Darüber hinaus legen wir Wert auf den Einsatz ökologischer Baustoffe. Die Räumlichkeiten sind farbig hell gestaltet. Die großzügige Fläche und die Ausgestaltung geben den Kindern großen Bewegungsspielraum. In die spezifisch eingerichteten Themenräume können sich die Kinder entsprechend ihren Bedürfnissen und Interessen zurückziehen. Bei der Ausstattung der Spielräume achten wir durch offene Regale auf die Förderung der Selbstständigkeit der Kinder bei der Auswahl der Spielmaterialien. Formen der pädagogischen Arbeit Die Krippe Die Krippe bestimmt einen großen Teil der Lebenswirklichkeit unserer Kinder. Sie ist gleichermaßen Ort der Ruhe und des kreativen Tätigseins des Kindes und somit wichtiger Lernort. Sie bildet deshalb eine sinnvolle Ergänzung zum „übrigen“ Lebens- und Erfahrungsbereich des Kindes. Das Vertrautwerden mit der Kindertagesstätte beginnt damit, dass im Verlauf einer behutsam gestalteten Eingewöhnung von ca. 4 Wochen der Kreis der für das Kind bedeutsamen Bezugspersonen erweitert wird. Es bedeutet keineswegs, dass sich die primäre Eltern- Kind- Beziehung lockert – im Gegenteil: Der Aufbau einer weiteren stabilen Bindungsbeziehung zu einer vertrauten Person entspricht nicht nur den Fähigkeiten des Kleinkindes und seinem Bedürfnis nach Sicherheit, sondern bereichert darüber hinaus seinen sozial- emotionalen Erfahrungsschatz. Die Erfahrungen die das Kind im Umgang mit seiner BetreuerIn erwirbt, kommen seiner Fähigkeit, Beziehungen zu anderen aufzubauen allgemein zugute und dürften von daher auch zur Bereicherung der Familienatmosphäre beitragen. ( insbesondere in bezug auf die Einkindfamilie ) Auch aus den erweiterten Begegnungsmöglichkeiten mit anderen Kindern erwächst eine Vielgestaltigkeit der Erfahrungsangebote. Kinder brauchen Kinder! Für seine gesunde Entwicklung braucht das Kind einen angemessenen Rhythmus von Schlaf-, Wach- und Mahlzeiten, täglich einen möglichst langen Aufenthalt im Freien, aktive Bewegung sowie vielfältige Betätigungsmöglichkeiten. Daher ist es die wichtigste Aufgabe der ErzieherIn die Tagesgestaltung der Gruppe auf die Bedürfnisse des einzelnen Kindes abzustimmen. Bei Kindern dieses Alters nehmen Pflegemaßnahmen einen breiten Raum ein, sie sind wichtig für das körperliche und seelische Wohlbefinden. Körperpflege, Schlafbedürfnis sowie das Einnehmen der Mahlzeiten bestimmen einen Großteil des Tages und sind für die Kinder von elementarer Bedeutung. Hygienische Maßnahmen, wie auf das Töpfchen oder zur Toilette gehen individuell und nach Bedarf in enger Absprache mit den Eltern sind so in das Tagesgeschehen einzuordnen, dass einerseits für die Kinder keine Wartezeiten entstehen, aber andererseits die ErzieherIn genügend Zeit für das einzelne Kind hat. Die ErzieherIn hat die Aufgabe für ausreichend zusammenhängende Zeit für das tägliche Spiel und andere individuelle Tätigkeiten für die Kinder aller Altersgruppen zu sorgen. Spezielle inhaltliche Angebote erhalten die Kinder zu Zeiten in denen sie ausgeruht und aufnahmebereit sind. Eine weitere sehr wichtige Aufgabe in der Krippe ist die Beobachtung des gesundheitlichen Befindens der Kinder. Das Kind signalisiert oft sehr schnell mit einem veränderten Verhalten eine beginnende Erkrankung. Hier ist die ErzieherIn gefragt angemessen zu reagieren. Der offene Kindergarten Unsere Räumlichkeiten unterliegen in ihrer Gestaltung ständigen Veränderungen, um den wechselnden und wachsenden Bedürfnissen der Kinder gerecht werden zu können und eine lernanregende Umgebung mit und für die Kinder zu gestalten. Kinder lernen handelnd. Sie benötigen den konkreten Umgang mit den Dingen. Sie entwickeln ihr Wissen und Können durch Selbstbildungsprozesse und sind somit selbst Motor ihrer Entwicklung. Die Pädagoginnen in den Bereichen ergänzen sich gegenseitig durch das Nutzen unterschiedlicher Stärken und Interessen und können sich dadurch den Kindern zunehmend als Spezialistinnen in den verschiedensten Gebieten zur Verfügung stellen(Musik, Kunst, Sprache, Mathematik, Handwerk u.s.w.) Die „Eigene Leistung“ des Kindes muss gefordert und gefördert werden ! Hauptaufgabe der ErzieherIn ist es die Kinder zu beobachten um entsprechend ihren individuellen Bedürfnissen Motivation und Anregungen geben zu können. Sie stellt Raum und Materialien zur Verfügung, ist AnsprechpartnerIn und BegleiterIn für die Kinder. Jede Pädagogin ist Bezugserzieherin von 10-12 Kindern im Kindergartenbereich, d.h. für diese Kinder übernimmt sie die Beobachtung und Entwicklungsdokumentation sowie die Zusammenarbeit mit den Eltern. Im Tagesverlauf gibt es abhängig von der Projektplanung des Bereichs verschiedene Zeiten, die die Bezugserzieherin mit ihren Kindern gestaltet. Um Wissen zu erlangen und vor allem den Spaß am Lernen zu erhalten, muss ein Kind selbst Lösungswege finden können. Dies heißt für uns konkret, dass die ErzieherIn Bedingungen schafft, in denen Kinder die Möglichkeit haben zu experimentieren, auszuprobieren, zu verändern, zu untersuchen und Fehler zu machen. Themen der Kinder werden in Projekten gemeinsam mit ihnen entwickelt. Die ErzieherIn trägt Sorge dafür, dass die Themen in Sinnzusammenhängen bearbeitet werden können und ganzheitlich durch die Kinder wahrnehmbar sind. Hierzu gehören auch Situationen, welche für die Kinder bedeutsam sind. Diese werden aufgegriffen und mit den Kindern für sie durchschaubar aufgearbeitet, nachgestaltet u.ä.. Unsere Kindertagesstätte bietet den Kindern täglich eine Vielzahl von Gruppenerlebnissen. Die ErzieherIn begleitet die Kinder nach dem „Gordonschen Erziehungsmodell“ auch in Konfliktsituationen. Sie hilft ihnen diese auszuhalten und anzunehmen, Kritikfähigkeit zu entwickeln und den Konflikt durch Annäherung friedlich zu bewältigen. In der Gruppe erleben unsere Kinder dass Regeln und Normen für ihr gemeinsames Leben wichtig sind. Sie erhalten die Möglichkeiten diese mit aufzustellen und sie somit besser zu akzeptieren. Sowohl für das soziale wie auch für das kognitive Lernen benötigen wir die Sprache. In jeder Situation, in welcher das Kind hört oder sich äußert entwickelt es auch seine sprachlichen Fähigkeiten. Dabei ist es für die ErzieherIn wichtig durch Beobachtungen ständig den sprachlichen Entwicklungsstand des Kindes zu kennen, um Über – oder Unterforderungen zu vermeiden. Sprache wird in unserem Haus gezielt durch muttersprachliche Angebote, in Spielsituationen, durch Nacherzählungen u.a. gefördert. Im täglichem Morgenkreis erzählen Kinder von ihren Erlebnissen, Sorgen und Freuden, planen den Tag oder die Woche, besprechen das laufende Projekt u.v.m.. Sie hören anderen Kindern zu, kommen mit Ihnen ins Gespräch. Jedes Kind erhält stets Raum und Zeit, um in Ruhe auszusprechen. Durch den Einbezug der ErzieherIn ergibt sich auch hier die Möglichkeit sprachliche Entwicklungen gezielt zu unterstützen und zu begleiten. Unsere Kinder werden entsprechend ihres Alters und ihres Entwicklungsstandes zunehmend in alle Tätigkeiten innerhalb der Tagesgestaltung einbezogen. Durch das kartierte Aufzeichnen von einzelnen Handlungsabläufen erhalten die Kinder die Möglichkeiten Handlungen für sich nachzuvollziehen und sicher wiederholen zu können. Ziel des Selbständigkeitserwerbes ist auch die damit einhergehende Stärkung des Selbstwertgefühles. Beschreibendes Lob dient der Stärkung der kindlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Daraus erwächst unter anderem das Gefühl des Angenommenwerdens in der Gruppe. Musikalische Früherziehung In der Musikalischen Früherziehung machen wir uns die Qualitäten der Kinder ihre phantastische Vorstellungswelt und Hingabe im Rollenspiel, ihre Unbefangenheit im Singen und Bewegen, ihre Experimentierfreude, ihre Neugier und Unvoreingenommenheit gegenüber den verschiedensten Sinneseindrücken zu Nutzen. Kinder dieser Altersgruppe verfügen über eine Vielfalt von Ausdrucksmöglichkeiten ihrer Gefühle. Sie zeigen ihre Freude indem sie tanzen und singen. Musik ist für sie untrennbar verbunden mit Texten, Bewegung, Geräuschen und bestimmten Situationen. Die Kinder singen, musizieren auf elementaren Instrumenten, lernen traditionelle Instrumente kennen, setzen Musik in Bewegung und Tanz um. Sie machen erste Erfahrungen mit der Musiklehre, hören Musikstücke verschiedener Stilrichtungen, setzen Musik gestalterisch um, begegnen Musik aus anderen Kulturen und erfinden eigene. Sport- und Bewegungserziehung im Vorschulalter Wir führen mit den Kindern in einer lebendigen und fröhlichen Atmosphäre Spiele und Körperübungen durch. Hiermit entsprechen wir dem Bedürfnis der Kinder nach regelmäßiger körperlicher Bewegung! Innerhalb des Angebots lernen die Kinder verschiedene Spiele mit ihren Regeln sowie sportliche Übungen mit aufeinander folgenden Abläufen kennen: z.B. bei der Durchführung von Wett- und Reaktionsspielen richten die Kinder ihre Aufmerksamkeit auf einen akustischen oder optischen Reiz und versuchen schnell die darauf folgenden Bewegungsabläufe oder Richtungsänderungen vorzunehmen. (z.B. Feuer, Wasser, Sturm oder Herr Fischer wie tief ist das Wasser) Die Kinder lernen die richtigen Begriffe für einzelne Übungen und Bewegungsabläufe kennen. Die Kinder im Vorschuljahr haben zusätzlich die Möglichkeit innerhalb des Tagesablaufs an einem Schwimmkurs teilzunehmen, den sie mit dem Seepferdchen abschließen können. Zweisprachige Erziehung „Deutsch – Spanisch“ „Deutsch – Vietnamesisch“ „Deutsch- Russisch“ In unseren zweisprachigen Gruppen in der Humperdinckstraße, der Kuphalstraße und der Waldemarstraße betreuen und fördern wir Kinder im Alter zwischen 2 und 7 Jahren. Für Kinder aus bilingualen Familien gilt dieses Angebot der zweisprachigen Erziehung ebenso wie für Kinder aus deutschsprachigen Familien. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ist die menschliche Sprachfähigkeit prinzipiell auf Mehrsprachigkeit ausgelegt. Kinder vor dem dritten Lebensjahr können mehrere Sprachen gleichzeitig (simultan) erlernen. Je früher der Beginn und je intensiver der Kontakt zu neuen Sprachen möglich ist, desto höher ist das erreichbare sprachliche Niveau. Eine Erzieherin deren Muttersprache deutsch ist teilt sich die Gruppenarbeit mit einer spanisch bzw. vietnamesisch muttersprachigen Pädagogin. Durch diese sprachliche Teilung und die konsequente Anwendung der jeweiligen Muttersprache, lernen unsere Kinder personenbezogen und modellhaft sowohl die deutsche wie auch die spanische bzw vietnamesische oder russische Sprache. Die Sprachvermittlung erfolgt ganzheitlich, das heißt das sie so in den Tagesablauf eingebettet wird, dass es den Kindern ermöglicht wird sich aus der jeweiligen Situation heraus die Bedeutung der Wörter erschließen zu können. Beide Erzieherinnen bringen neben ihrer Sprache auch ihren ganz persönlichen kulturellen Hintergrund mit ein. Dadurch schaffen sie einen Raum, in welchem unsere Kinder einerseits die Vielfalt und den Reichtum der eigenen Kultur, andererseits auch den einer „fremden“ und für sie „neuen“ Kultur erleben. Eine unentbehrliche Stütze der zweisprachigen Erziehung stellen die Elternhäuser da. Je größer das Interesse der Eltern an einem Zweitsprachenerwerb ist, umso mehr können sie motivierend ihre Kinder unterstützen. Daher bieten wir ihnen in Zusammenarbeit mit dem „Talide e.V.“ begleitend einen Spanischkurs an. Stetig stellen wir ihnen auch die aktuellen Unterlagen wie Vokabeln, Spiele, Lieder u.ä. zur Verfügung. Begegnungsmöglichkeiten mit anderen zweisprachigen Gruppen erweitert für die Kinder die Möglichkeiten sprachliche und kulturelle Eindrücke zu sammeln. Hier nutzen wir intensiv die Zusammenarbeit mit denim Waldemar Hof ansässigen Vereinen „Talide e.V.“ und „Dien Hong e.V.“. Der Hortbereich An zwei Standorten betreuen wir Kinder im Grundschulalter altersgemischt vor und nach dem Unterricht sowie in den Schulferien in offener Hortarbeit. Derzeit kommen die Kinder aus den umliegenden Werner-Lindemann-Grundschule in Rostock; Goetheschule in Malchow. Für alle Erstklässler besteht mindestens im 1. Halbjahr des Schuljahres das Angebot, sie auf dem Weg von der Schule in den Hort zu begleiten. Die Kinder gehören auch in der „offenen Hortarbeit“ einer Gruppe mit fester Bezugsperson an. Für die Gestaltung des Hortalltages stehen den Schulkindern vielfältige Räumlichkeiten zur Verfügung. Die bestehenden Räume sind entsprechend ihrer Funktion mit spezifischen Materialien ausgestattet. Die Hortkinder können sich z.B. zum Bauen mit Holzbausteinen und Naturmaterialien, zum Kochen & Backen, zum kreativ tätig sein mit den verschiedensten Mal- und Gestaltungsmöglichkeiten in die dafür vorgesehenen Räume sowie in die Holzwerkstatt zurückziehen. Mit der „offenen“ Arbeit im Hort wollen wir die Kinder zunehmend in die Lage versetzen ihre Freizeit selber zu gestalten, sich ihren Interessen und Neigungen entsprechenden Tätigkeiten zu widmen und ihren Aufenthaltsort frei zu bestimmen. Der Hortalltag ermöglicht es den Kindern zwischen einer Vielzahl an Spielpartnern zu wählen und somit ihre sozialen Kontakte gruppenübergreifend zu erweitern. Die unterschiedlichen ErzieherInnen stehen ihnen als AnsprechpartnerInnen und BegleiterInnen zur Seite. Auf Wunsch der Eltern stellen wir den Kindern Zeit und Raum zur Verfügung, ihre Hausaufgaben bis auf Freitag im Hort anzufertigen. Einmal wöchentlich wird in den einzelnen Gruppen ein Gesprächskreis angeboten. In gemütlicher Atmosphäre nutzen die Kinder die Möglichkeit sich über ihre Wochenenderlebnisse auszutauschen, Probleme und Sorgen anzusprechen, ihre aktuellen Ideen und Vorschläge für die projektbezogenen Angebote einzubringen. Im Rahmen der Mittwochsangebote vereinbarten wir mit den Schulen, dass die Kinder an diesem Tag keine Hausaufgaben bekommen. Dadurch erhalten sie die Möglichkeit über den gesamten Nachmittag zwischen den verschiedenen Freizeitangeboten im Hort zu wählen und auch zu wechseln. Unsere Erfahrungen zeigen, dass die Ferienfreizeiten meist von wesentlich weniger Kindern beansprucht werden. Die Kinder verbringen den ganzen Tag mit uns. Mit ihnen planen wir abwechslungsreiche Projekte die auch weiter entfernte Ausflugsziele beinhalten. Eigene Wünsche der Kinder nach bestimmten Ausflugszielen und anderen Aktivitäten fließen in die Projektplanung mit ein. Nach vier Jahren Grundschulzeit wechseln die Kinder in die weiterführenden Schulen und verlassen unser Haus. Die Gestaltung des Abschlusses wird im Vorfeld gemeinsam mit den Kindern geplant und verläuft weitestgehend nach ihren Wünschen. Die Kinder unserer Horte werden durch die Küche der GGP GmbH in der Waldemarstraße bzw der Rehaklinik in Malchow mit einem täglich frisch zubereiteten Mittagessen versorgt. Wir achten darauf, dass die einzelnen Essengruppen nicht zu groß werden damit eine ruhige Atmosphäre während der Mahlzeit gewährleistet werden kann. Durch eine regelmäßige Essenkommission und den direkten Kontakt zu den MitarbeiterInnen der Küche ist hier ein ständiger Austausch über Qualität und Quantität bzw. bezüglich der Essenswünsche der Kinder möglich. Mit Beginn jedes Schuljahres laden wir die neuen Hortkinder mit ihren Eltern zu einem Schnuppernachmittag in unser Haus ein. Hier bekommen Eltern und Kinder einen Einblick in die Struktur des Hortalltages und können sich mit den räumlichen Gegebenheiten bekannt machen. Die Kinder lernen ihre zukünftige AnsprechpartnerIn kennen. In diesem Rahmen erhalten die Eltern auf konkrete Fragen in Bezug auf die Hortbetreuung und Angebote des Hauses Antworten. Die Elternarbeit über den Zeitraum der Hortbetreuung beinhaltet die Beteiligung der Mitarbeiterinnen an den Elternabenden in der Schule, an den Elternstammtischen sowie das ständige Angebot zum Einzelgespräch. Über besondere Anlässe, Vorhaben und Projekte informieren wir die Eltern in Form von Elternbriefen. Integration Bei der „Integration“ geht es nicht um die Eingliederung Behinderter und von Behinderung bedrohter Kinder in die Gesellschaft, da ein Mensch mit Behinderung wie jeder andere auch ein Teil der Gesellschaft ist. Es geht viel mehr um die Integration in normale Lebenszusammenhänge, wie sie jedem Menschen offen stehen sollten. Es reicht jedoch nicht aus, Kinder mit und ohne Behinderung räumlich zusammenzubringen und das dann Integration zu nennen. Die Integration behinderter und von Behinderung bedrohter Kinder in die Gesellschaft heißt, ihnen von frühester Kindheit an Lern- und Lebenschancen zu bieten. Eine unabdingbare Voraussetzung dafür ist der gemeinsame Besuch von behinderten und nicht behinderten Kindern einer Kindertagesstätte. Kinder reagieren häufig unvoreingenommen auf ihr gegenüber. Dadurch wird ein selbstverständliches Miteinander von Kindern mit und ohne Behinderung möglich. Integration ist eine Pädagogik - in der alle Kinder - in Kooperation miteinander - auf jedem Entwicklungsniveau - nach Maßgabe ihrer momentanen - Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungskompetenz - an und mit einem gemeinsamen Gegenstand - spielen, lernen und arbeiten. Das Kind wird dort abgeholt wo es ist und seine weiteren Entwicklungsschritte werden gefördert, unterstützt, begleitet und dokumentiert. Hierbei wird das Kind ganzheitlich gesehen, d.h. mit seinen individuellen Möglichkeiten und Bedürfnissen, sowie seine Eingebundenheit in andere soziale Systeme (Familie). Der konzeptionelle Ansatz der Kindertagesstätte liegt in der projektorientierten offenen Arbeit. Eine Grundlage unserer pädagogischen Arbeit bildet das Gordonsche Konfliktlösungsmodell. In unserer Kindertagesstätte wird gemeinsames Erleben von Behinderten, entwicklungsverzögerten oder verhaltensauffälligen Kindern mit Anderen ermöglicht. In der täglichen Arbeit achten wir darauf, dass jedes Kind einen besonderen Stellenwert hat. Wir bemühen uns, alle Kinder gleich zu sehen und keine Auffälligkeiten in den Vordergrund zu stellen. Für uns ist es nicht ausschlaggebend, die Schwächen des einzelnen zu beheben, sondern die Stärken eines jeden hervorzuheben zu fördern und somit Schwächen auszugleichen . Integration, offene Arbeit und Altersmischung steht in einem engen Zusammenhang. In einer altersgemischten Gruppe finden behinderte und nicht behinderte Kinder optimale Lebens- und Lernbedingungen vor, die den Erwerb geistiger, motorischer und sozialer Fähigkeiten fördern. Unsere integrativen Gruppen/ Gruppe setzen sich aus jeweils 10 – 15 Kindern zusammen, 4 behinderte und 11 nicht behinderte Kinder. Welche Kinder mit Behinderungen aufgenommen werden können, richtet sich nach der Art der Behinderung und der Gesamtstruktur der Gruppe. Unsere Kinder können zusätzlich logopädisch, ergotherapeutisch und physiotherapeutisch betreut werden. Wichtige Förderziele für uns sind: - Erziehung zu gegenseitiger Akzeptanz - Gemeinsames Lernen und Leben miteinander und voneinander - Erziehung zur Gemeinschaft und Spielfähigkeit - Gegenseitige Hilfen/ Erziehung zur Selbständigkeit - Förderung positiver Selbstwertgefühle und Akzeptanz Eine heilerzieherische Fachkraft ist in der jeweiligen Integrationsgruppe für die Betreuung und individuelle Förderung der Integrationskinder zuständig. Teamarbeit Einen hohen Stellenwert hat in unseren Häusern die Teamarbeit. Für die Umsetzung der pädagogischen Schwerpunkte sind eine kollegiale Zusammenarbeit und eine gute Atmosphäre Grundvoraussetzungen. Die Grundlagen dafür werden im regelmäßigen, persönlichen Austausch untereinander gelegt. Die wöchentlichen Teamberatungen in den einzelnen Bereichen dienen neben der Planung von Veranstaltungen und Festen sowie der Absprache organisatorischer Angelegenheiten, den Inhalten der pädagogischen Arbeit. Hierbei steht sowohl das einzelne Kind als auch die Kindergruppe in ihrer Entwicklung im Mittelpunkt. Besonderheiten, Bedürfnisse und Probleme werden definiert und gemeinsam nach unterschiedlichen Lösungen und ihren konkreten Umsetzungsmöglichkeiten gesucht. In diesem Zusammenhang ist es uns wichtig die alltägliche Arbeit immer wieder kritisch zu reflektieren, Erfahrungen aller MitarbeiterInnen einzubeziehen und neue Ideen und Perspektiven zu entwickeln. Dies erfolgt auch durch die Inanspruchnahme von Seminaren und Fortbildungsangeboten von deren Inhalten und Ergebnissen im Rahmen der monatlich stattfindenden Gesamtteamberatungen berichtet wird. Bei Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten die über die fachlichen Qualifikationen in unserem Team hinausgehen, sind die MitarbeiterInnen gehalten mit externen Kooperationspartnern wie z.B. der GGP Kontakt aufzunehmen und sich fachliche Unterstützung zu holen. ( Logopäde, Ergotherapeut, Psychologe ) Dies erfolgt grundsätzlich in enger Zusammenarbeit mit den Eltern des Kindes. Praktikantinnen In einem persönlichen Vorstellungsgespräch werden gegenseitige Erwartungen formuliert und die PraktikantIn mit den Anforderungen in unserem Hause vertraut gemacht. Bei einem ausführlichen Rundgang stellen wir den PraktikantInnen die Räumlichkeiten und Tagesabläufe der einzelnen Arbeitsbereiche vor. Wir versuchen konkrete Wünsche der PraktikantInnen in Bezug auf die Altersgruppe der Kinder, in der sie ihr Praktikum absolvieren möchten zu berücksichtigen. Grundsätzlich geben wir allen PraktikantInnen die Möglichkeit, in unterstützender Art und Weise Methoden und Inhalte unserer pädagogischen Arbeit kennen zu lernen, diese umzusetzen und dabei eigene Ideen auszuprobieren. Über den Zeitraum des Praktikums wird die PraktikantIn einem Team zugeordnet und bekommt eine feste AnsprechpartnerIn, die sie anleitet und begleitet. In regelmäßigen Reflexionsgesprächen wird auf anstehende Fragen, Ideen und Wünsche der PraktikantInnen eingegangen. Gleichzeitig wird die schrittweise Erfüllung der Anforderungen der Ausbildungsstätte geplant, sowie anstehende Aktionen besprochen. PraktikantInnen können an den wöchentlichen Bereichsteamberatungen teilnehmen. Neben dem Fachwissen unserer MitarbeiterInnen stellen wir ihnen vorhandene Fachbücher und Materialien der Kita zur Verfügung.(z.B. Projektmappen und Konzeption) Wir orientieren bei unseren PraktikantInnen auf eine intensive Auseinandersetzung in der Arbeit mit den Kindern. Ausarbeitungen und Berichte sind selbstständig vorzulegen. Mit fachlichen Anregungen sowie Vorschlägen zu Neuerungen setzen wir uns gern auseinander. Termine begleitender Lehrer aus den beruflichen Fachschulen bedürfen der Abstimmung mit der Hausleitung. Öffentlichkeitsarbeit Wir wollen die Ziele und Inhalte unserer pädagogischen Arbeit und die Vielseitigkeit unserer Tätigkeiten, unsere Professionalität und den Waldemar Hof mit seinen unterschiedlichen und übergreifenden Angeboten nicht nur für die Eltern unserer Kinder, sondern auch für die Öffentlichkeit transparent machen. Mit unserer Öffentlichkeitsarbeit bekunden wir Offenheit, gewähren allen Interessierten Einblicke in unsere Arbeit und gestalten das soziale Miteinander und das kulturelle Leben in der Region aktiv mit. Die Öffentlichkeitsarbeit umfasst folgende Bereiche: schriftliche pädagogische Konzeption Darstellung der Kindertagesstätte und des Waldemar Hofes durch Faltblätter und Beiträge in Fachzeitschriften Regelmäßige Verfassung von Beiträgen für die Lokalzeitschriften: z.B. zur Vorstellung von aktuellen Projekten, Einladung zu öffentlichen Veranstaltungen Einladung der Presse zu besonderen Höhepunkten im Jahr: z.B. zum Jubiläumsfest, zu den jährlichen Übernachtungsfesten im Kindergarten- bez. Hortbereich usw. Mitarbeit in den unterschiedlichen Arbeitskreisen der Stadtteile: z.B. Stadteiltisch Verfassen von Handzetteln zur Einladung der Öffentlichkeit: z.B. zum Tag der offenen Tür, Adventbasar usw. Ausstellung von Arbeiten der Kinder z.B. in den Fluren der Häuser bzw. in Einkaufszentren Präsentation des Kindertagesstättenalltages mit seinen Angeboten in Form von Fotoausstellungen im Haus Organisation von Kinderflohmärkten, wo Produkte der Kinder und gebrauchte Spielsachen erworben werden können Erstellen von Dokumentationsmappen zu den einzelnen Projekten im Kindertagesstättenalltag sowie Jahresdokumentation Informationstafeln für Eltern und Interessierte über besondere Veranstaltungen und Termine im Haus Gestaltung und fortlaufende Aktualisierung einer Homepage Ökologische Spielplatzgestaltung Kindheit hat in den letzten Jahrzehnten erhebliche Veränderungen erfahren. Im öffentlichen Raum unserer Städte stehen den Kindern, durch die zunehmend dichte Bebauung, immer weniger Flächen zur Verfügung. Kinder haben vielseitige Bedürfnisse, sie wollen klettern, matschen, graben, rennen, hüpfen, sich verstecken und sie nehmen gern Schnecken, Regenwürmer und Marienkäfer in die Hand. Mit unserem Projekt „ökologische Spielplatzgestaltung“ möchten wir den Bewegungs-, Spiel- und Erlebnisbereich der Kinder erweitern und gleichzeitig neue Rückzugsmöglichkeiten schaffen. Nach Sanierung der Häuser, haben wir uns zunehmend mit dem Thema „ökologische Spielplatzgestaltung“ auseinandergesetzt. Gemeinsam mit den Kindern gingen wir auf Ideensuche und erstellten eine Liste der Kinderwünsche. In der Folge wurden die Freiflächen der Häuser individuell unter Beteiligung von Kindern und Eltern nach ökologischen Gesichtspunkten umgestaltet. Dies betraf bisher folgende Bereiche Weidentunnel und Weidentippis Atrium mit Feuerstelle Umgestaltung der alten Sandkisten Bauen neuer Sandkisten und Sandberge Anlegen von Erlebniswegen Spielhügel mit Mulden und Gräben Pflanzen von Hecken, Sträucher und Bäumen Aufstellung neuer Klettergerüste Anlegen einer Ökowiese etc. Die Kindertagesstätten und Horte der GGP mbH sind seit 2009 zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2008 Der Hortcampus in der Ulmenstraße 44 hat im Jahr 2009 die Plakette „Haus der kleinen Forscher“ erworben und arbeitet an diesem Projekt weiter. Die Kindertagesstätten Groß Grenz und Humperdinckstraße sind im Jahr 2010 als „Fit Kid“ Kita zertifiziert worden. Stand Mai 2010 |
| 2010-09-07T00:47:18+02:00, 07. September 2010 | |
| © Waldemar Hof e.V. 2007 | |